Ein kulinarischer Kurztrip in die Bundeshauptstadt. An kaum einer Ecke in Berlin hat es keine Wurstbude, die das «Nationalgericht» an einer, nach eigenem Geheimrezept hergestellten Sauce ganz oben auf der Karte hat. Ich habe einige davon besucht und mich verköstigen lassen.

Curry One

An der Kreuzung Friedrichstrasse und Oranienburgerstrasse befindet sich der Curry One. Es war mitten am Nachmittag und gerade nicht viel los, als wir vorbeikamen und uns an die Theke setzten. Wir lernten hier, dass eine originale Berliner Currywurst ohne Haut serviert wird. Das Betreiberpaar quatschte offen und unkompliziert mit uns und mit anderen Gästen und erzählte uns, dass auch sie selber noch Currywurst essen, aber halt nicht jeden Tag. Im Curry One geniesst du eine leckere Currywurst, während du die Leute und das Treiben an der geschäftigen Kreuzung beobachten kannst.

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Witty’s

Witty’s Currywurststand befindet sich ebenfalls an der Friedrichstrasse, gleich beim Bahnhof Berlin Friedrichstrasse. In verschiedenen Rankings der Top-Currywurst-Buden in Berlin taucht diese Location auf. Nicht nur die Sauce ist eine eigene Mischung, sie lassen schon die Wurst beim Metzger nach Spezialrezept herstellen, verraten die beiden Wurstmeister hinter der Theke. Selbstverständlich sind diese Infos klassifiziert und vor Ottonormalverbraucher nicht zugänglich. Die Bude ist klein und gut besucht und eignet sich vorallem für eine schnelle Wurst auf der Durchreise.

Curry an der Mauer

An der Zimmerstrasse 97 steht der Curry an der Mauer. Die Bude heisst so, weil gleich gegenüber die Mauer steht. Der perfekte Spot, wenn du gerade in der äusserst empfehlenswerten Ausstellung Topographie des Terrors warst (mehr dazu) und du den ersten Hunger stillen willst, bevor es weiter geht zum Checkpoint Charlie. Der Grillmeister war gesprächig und engagiert. Als er meine Kamera sah, sprang er vom Grill hervor und bestand darauf, Theke und Saucenspsender noch schnell zu putzen, bevor ich seinen Stand ablichten dürfe. Von allen Buden war Curry an der Mauer wohl das unterhaltsamste Erlebnis; nicht nur wegen dem Grillmeister, der um keinen Spruch verlegen war, sondern auch weil eine Person anwesend war, die der Besitzer zu sein schien und die meiste Zeit mit einigen Gästen am Tisch sass, jedoch immer wieder aufstand und in den Hinterbereich der Bude ging, um irgendwas zu hantieren. Seiner Gangart und etwas undeutlichen Aussprache zufolge schien der Besitzer angesäuselt gewesen zu sein – ganz zu unserer Unterhaltung. Die Wurst hier ist gut, es stehen dir eine Reihe von Toppings wie scharfe Saucen oder ein Knoblauchmix zur Verfügung und der grosse Sitzbereich bietet den besten Blick auf die Mauer und das bunte Treiben auf der anderen Strassenseite.

Curry Rock

Eine unscheinbare Bude fanden wir im Untergeschoss des Einkaufszentrums Potsdamer Platz Arkaden. Ich bestellte mir eine Wurst des Schärfegrades «leicht» mit 500 Scuvill. Dies bedeutet, dass es 500 Einheiten Wasser braucht, um eine Einheit der scharfen Sauce komplett zu neutralisieren. Erwartet hatte ich nicht viel an diesem Samstagmorgen, doch was ich fand war die beste aller Currywürste, die ich in Berlin an diesem Wochenende geniessen durfte. Im Curry Rock kannst du deine Wurst nach belieben schärfen lassen. Oben auf der Liste steht der Schärfegrad «Crazy» mit einer Schärfe von 1 Mio. Scoville. Diese Wurst werde ab und zu bestellt, aber nicht oft, erzählt mir der Besitzer. Entweder seien es Leute, die diese höllische Schärfe einfach mögen und sie ohne mit der Wimper zu zucken einfach verdrücken, oder aber ganze Gruppen, die das einfach mal probieren wollten. Das sehe dann so aus, erzählte er mir, dass sich fünf Männer eine einzige Currywurst bestellen, vorsichtig hineinbeissen, um nur kurz darauf hechelnd viel Wasser zu bestellen und die einzelne Wurst nicht mal aufessen.

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