Panorama-Fotos stechen auf Facebook aus den üblichen Posts hervor, weil sie Abwechslung bieten, Interaktion erlauben und einfach spannend sind – wenn die Bilder die nötige Qualität haben! Hier erfährst du, wie du mit deiner DJI Drohne atemberaubende sphärische Luftpanoramas erstellst, die auf Facebook beeindrucken und überzeugen.

Und so sieht das Endresultat aus:

Fantastisch oder? Das Panorama wurde 37 mal geteilt und hat fast 7’000 Impressionen erhalten.

GIF-Animation eines Facebook-Posts eines Luftpanoramas der Stadt Luzern.
Sich interaktiv im Bild umschauen zu können ist der grosse Trumpf der Luftpanoramas!

Beachte, dass dieses Tutorial einen gewissen technischen Tiefgang aufweist. Es soll dir für deine eigenen Panorama-Bestrebungen und beim Aufbau deines eigenen Workflows eine Orientierungshilfe sein. Egal ob Mavic Pro, Mavic 2 oder Mavic Air, im Grundsatz ist das Vorgehen mit allen DJI Drohnen gleich. Errätst du, mit welcher Drohne das Luzerner Panorama entstanden ist? Ich verrate es dir in Kürze.

Schritt 1: Einmal alles abfotografieren bitte

Ist die Drohne in der Luft, fliegst du sie zur gewünschten Position. Wenn es das Gelände zulässt, nutze dazu den Sportmodus, denn so sparst du dir einige wertvolle Minuten Akkukapazität. Anschliessend wechselst du in den Fotomodus und lichtest das gesamte 360° Sichtfeld rund um die Drohne herum, wie auch den gesamten Bereich unter dem Fluggerät ab. Bewährt hat sich bei mir dafür der Neun-Bild-Panorama-Modus. Selbstständig macht die Drohne nun neun Bilder: Drei über dem Horizont, drei auf dem Horizont, drei unter dem Horizont. Mit fünf solchen Aufnahmen deckst du die gesamten 360° ab. Im Einzelbildmodus arbeitest du dich nun mit einer Kreisbewegung durch jenen Bereich unter dir, den die 9er-Panos nicht abgedeckt haben. Der allerletzte Shot entsteht mit der Kamera um volle 90 Grad nach unten gerichtet.

Screenshot der DJI Go4 App mit Auswahl des 9er-Panorama Modus
In den verschiedenen Foto-Modi findest du bei den Panoramas das 9-Bild-Panorama.

Fehler kommen teuer zu stehen

Achte darauf, dass sich die Aufnahmen immer etwas überlappen und du auch wirklich keine Stelle vergessen hast. Im Nachhinein eine Lücke zu retuschieren, ist praktisch unmöglich und ich habe mir die nötige Sorgfalt aufgrund schmerzlicher Erfahrungen aneignen müssen. Das gleiche gilt für verschwommene Aufnahmen, wenn die Drohne bspw. eine Aufnahme noch während einer nicht abgeschlossenen Drehung gemacht hat. Ein Moment der Unachtsamkeit kann dich dein ganzes Panorama kosten!

Schritt 2: Darf es etwas mehr Würze sein

Damit das Endresultat auf Facebook dann auch richtig heraussticht, erhalten die Fotos in der Nachbearbeitung nun etwas Extra-Würze. Die Drohne speichert jedes Foto als Einzelaufnahme ab – auch jene, die du mithilfe des vorgefertigten 9er-Panorama-Modus gemacht hast. Ich importiere die Bilder jeweils in Adobe Lightroom, helle die Tiefen wo nötig auf, erhöhe die Farbdynamik oder die Sättigung und arbeite mich mit dem Radial-Filter und dem Klarheits-Werkzeug einmal dem gesamten Horizont entlang und verleihe im das nötige Etwas.

Klarheits-Werkzeug wird auf die Horizonte der Landschaftsfotos angewendet.
Das Klarheitswerkzeug ändert die Kontraste entlang von Kanten und offenbart gerade an den hügeligen Horizonten um Luzern seine ganze Power!

Mit Mehrfachmarkierungen arbeiten

Das mache ich natürlich nicht auf jedem einzelnen der 70 bis 80 Bilder individuell, sondern ich wende die Grundeinstellungen natürlich gleich auf alle Fotos an. Ähnlich beim «Horizont-Boosting»: Ich markiere (mittels [Shift] oder [Ctrl]) all jene Fotos, bei denen der Horizont ungefähr auf gleicher Höhe ist und brauche den Radial-Filter nur drei Mal anzuwenden – denn dank des 9er-Pano-Modus ist der Horizont immer entweder im unteren Drittel, in der Mitte oder im oberen Drittel.

GIF-Animation von der Mehrfachbearbeitung der einzelnen Aufnahmen des Luftpanoramas
Einen guten Workflow zu haben ist beim Arbeiten mit den vielen Einzelbildern von Luftpanoramas entscheidend.

Die Nachbearbeitung muss aus zwei Gründen leider auf Stufe der Einzelbilder vorgenommen werden und kann nicht erst mit dem fertigen Panorama-Bild gemacht werden: Erstens entfernt ein Export des fertigen Bildes aus Adobe Lightroom die Panorama-EXIF-Daten, was eine ganze Reihe neuer Probleme mit sich bringt. Zweitens enthielt das fertige Bild, nachdem ich die EXIF-Daten wieder repariert habe, an der Nahtstelle eine gut sichtbare Linie.

Schritt 3: Auf vielen einzelnen wird ein grosses Ganzes

Um die gepanschten Einzelbilder kümmert sich im nächsten Schritt meines Workflows eine Spezialsoftware: Autopano von Kolor. Das Tool setzt die Bilder zusammen («stitching») und spuckt ein fixfertiges Panorama aus. Magisch! Dabei stehen eine ganze Palette von Einstellungen wie bspw. Belichtungskorrekturen und verschiedene Panoramatypen zur Verfügung – darunter auch der «kleine Planet». Beim Export wähle ich meist die Option «Spherical», welches das besagte sphärisches Bild ausgibt, in welchem ich mich als Betrachter auf Facebook umsehen kann.

Screenshot der Vorschau des Luzerner Panoramas in der Spezialsoftware Autopano Pro von Kolor.
Autopano Pro hat das Panorama erkannt und aus allen 71 Bildern eine Vorschau erstellt. Das fertige Panorama-Bild wird nach dem Export 19’654 mal 7345 Pixel gross sein.

Behalte die Vorgaben im Auge

Natürlich geht das auch mit einer x-beliebigen anderen Panorama-Software. Unabhängig vom Tool musst du beim Rendering jedoch unbedingt auf die Dimensionsvorgaben für Facebook-Panoramas achten: «Photos should be less than 30,000 pixels in any dimension, and less than 135,000,000 pixels in total size. File sizes could be as big as 45 MB (JPEG) or 60 MB (PNG). We recommend using JPEG for 360 photos and keeping the file size less than 20-30 MB. » (Quelle: facebook306.fb.com)

Lass dein Werk wirken

Da die Panorama-Software die nötigen Informationen in die Metadaten des Bildes schreibt, kannst du Foto wie jedes andere in deinen Facebook-Post einfügen und FB erkennt automatisch, dass es sich um ein Panorama handelt. Beim vorbei Scrollen im Facebook-Feed stechen die Panoramas heraus, weil sie sich kurz bewegen und so die Aufmerksamkeit der User auf sich ziehen. Im alltäglichen Einheitsbrei an Content-Formaten sind die seltenen sphärischen Panoramas eine willkommene Abwechslung und ein Garant für Likes, Comments und Shares!

Ach ja, es war die DJI Spark, die das Luzerner-Panorama aufgenommen hat.